Das St. Johannis Festival
2006
Das große kulturelle Ereignis an St. Johannis
im Jahr 2006 war das Festival in Brügge am 2. September.
Unter freiem Himmel sorgen Di Chuzpenics aus Kiel, das
Jesse Grell Trio und Tangoneon für ein stimmungsvolles
Open-Air-Ambiente auf dem Marktplatz in Brügge.
Kurz nach 17.00 Uhr begrüßt
Pastor Henry Koop die Gäste und der Propst der Kirchenkreises
Neumünster, Stefan Block, eröffnet das Festival. Siggi
Lindemann moderiert gekonnt trocken und begrüßt zum Einstieg Di
Chuzpenics aus Kiel mit Klezmer und jiddischen Liedern. Die
Gruppe lässt alle Facetten dieser sehr temperamentvollen und
dabei doch bodenständigen Musik erklingen: da wird geweint,
gelacht und gefeiert, mit Trauer und Witz haben die Geschichten
und die Musik den Schelm und die Chuzpe im Nacken.
Noch sind auf dem Marktplatz in Brügge Lücken
unter den aufgestellten Zelten - gegen Abend hin füllen
sich die Plätze zunehmend mit Zuhörerinnen und Zuhörern.
Nach einer guten Stunde und viel Beifall von den
inzwischen knapp 100 Zuschauern bietet eine Umbaupause
Gelegenheit, die kulinarischen Köstlichkeiten zu
probieren, die das Team von Stoltenbergs Gasthof bereit
hält. Bei Chili con Carne, südamerikanischen Steaks, Bier
und Wein gibt es reichlich Gelegenheit zu einem
Gespräch.
Nach dem Soundcheck
spielt das Jesse Grell Trio fröhliche, dynamische, besinnliche
und sinnliche Musik aus der weiten Welt. Von Kiel aus sind die
Musiker gestartet und haben aus Kuba, Westafrika, der Karibik
und französischen Hafenkneipen vieles mitgebracht.
Lateinamerikanisches mit sehr viel Dynamik findet sich im
Einklang mit Melodien aus ganz Europa - überraschend tauchen
alte deutsche Volkslieder auf. Vereinzelt finden sich Paare auf
der Tanzfläche, die zu Rumba oder Salsa in der beginnenden
Dämmerung tanzen.
Nach einer weiteren Umbaupause
spielt Tangoneon aus Kiel. Es beginnt nun doch zu regnen. Die
Tanzfläche wird schnell mit einem bereit stehenden Zelt
überdacht - die Gäste fassen kurz mit an. Zu Tango nuevo,
Tangos und Milongas füllt sich die Tanzfläche. Das Quintett,
das in der gleichen Besetzung (Violine, Bandoneon, Gitarre,
Klavier und Kontrabass) spielt, mit der Astor Piazzolla berühmt
wurde, lässt alle Facetten dieser sehnsüchtig-emotionalen Musik
erklingen.
In der frühherbstlichen, warmen Abendstimmung
klingt der Tag aus - eine gelungene Veranstaltung, die
etwas mehr als die 120 Zuhörer verdient hätte, die sich
zusammengefunden haben. Aber das Organisationsteam -
Siggi Lindemann, Pastor Henry Koop, Dörte Buthmann, Tanja
Jankovic, Volker Timmermann und Eugen Pinkenburg - ist
sich einig, dass es nicht bei dieser einmaligen
Veranstaltung bleiben soll. Dieser Erfolg soll wiederholt
werden, denn diese ehrenamtliche Initiative gibt
schließlich nicht nur dem Leben in der Region Impulse und
hilft mit, den Haushalt der Kirchengemeinde zu
unterstützen, sondern unterstützt auch ein Projekt aus dem
Teil der Welt, in dem die Musik des Festivals seinen
Ursprung hat: 2 € vom Preis jeder Eintrittskarte kommen
einem Straßenkinderprojekt der Evangelischen
Kirchengemeinde Buenos Aires zu Gute.
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